Moodlicht

Mood der Welt. Mut im Raum.

mit der Maus darüberfahren

Die Welt ist besser,
als die Nachrichten glauben machen.

Eine Lampe, die alle 30 Minuten die Schlagzeilen liest — und sie nicht an einem Ideal misst, sondern an der Woche, die tatsächlich war.

Live vom Server

wird gelesen

Die Messung wird abgerufen.

Nachrichten jetzt

absoluter Wert von −1 bis +1

Im Wochenvergleich

Platz im 7-Tage-Fenster

Das Problem

Bad news sells. Good news nicht.

Es braucht fünf bis sieben gute Nachrichten, um eine einzige schlechte auszugleichen. Das ist keine Stimmungssache, sondern Psychologie: Negatives haftet schneller und tiefer. Evolutionär war das sinnvoll — wer das Rascheln im Gebüsch überhörte, war tot. Wer die Beeren übersah, hatte morgen eine neue Chance.

Medien wissen das. Schlechte Nachrichten werden häufiger geklickt, länger gelesen, öfter geteilt. Empörung funktioniert besser als Freude, Hass besser als Liebe. Was daraus entsteht, heißt Doomscrolling: Man wischt weiter, obwohl es einem schlechter dabei geht. Und nach einer Stunde hat man das Gefühl, die Welt gehe unter — ohne je einen Maßstab gehabt zu haben, an dem sich das prüfen ließe.

Genau diesen Maßstab liefert die Lampe nach. Sie speichert, wie die Lage in den letzten sieben Tagen wirklich war, und vergleicht jede neue Messung damit. Kein Ausgleich durch gute Nachrichten — sondern der ehrliche Vergleich mit dem, was war.

Die Zahlen

Zwei Werte, dieselben Daten

Aus den Messungen der letzten 30 Tage lassen sich zwei Fragen beantworten. Die Antworten könnten kaum weiter auseinanderliegen.

Wie viele Messungen sind negativ?

90 %

Absolut betrachtet ist die Nachrichtenlage fast durchgehend dunkel. Das ist die Zahl, die dem Bauchgefühl entspricht.

Wie oft leuchtet die Lampe trotzdem neutral oder hell?

63 %

Weil sie nicht fragt „ist das gut?“, sondern „ist das besser als die Woche davor?“ — und das ist es überraschend oft.

Beide Zahlen stimmen. Sie beantworten nur verschiedene Fragen. Die zweite ist die, mit der sich leben lässt — ohne dass etwas beschönigt wird.

Gerade eben

Dasselbe Jetzt, zwei Lesarten

Die Werte unten sind die aktuelle Messung — live, nicht illustriert. Links, was die Schlagzeilen dieser halben Stunde für sich genommen sagen. Rechts, wo dieser Wert im Verhältnis zur Woche steht.

Für sich genommen

wird geladen

−10+1

So liest sich die Nachrichtenlage, wenn man nur auf diesen Moment schaut.

Im Vergleich zur Woche

wird geladen

minMedianmax

Und so steht derselbe Wert da, wenn man die letzten sieben Tage danebenlegt.

Die Lampe zeigt den rechten Wert. Nicht weil der linke falsch wäre — sondern weil der rechte die Frage beantwortet, die man abends im Wohnzimmer wirklich hat.

Der Punkt

Warum es Moodlicht heißt

Der Vergleichsmaßstab ist keine Schönfärberei. Ein wirklich schwerer Tag bleibt ein schwerer Tag, und dann wird die Lampe rot — verlässlich, weil sie es nicht schon vorher war.

Was der Vergleich wegnimmt, ist die Dauererregung. Das meiste ist gewöhnlich. Manches ist besser als gedacht. Weniges ist wirklich schlimm. Diese Unterscheidung wieder treffen zu können, verändert mehr als jede weitere Meldung.

Im Namen steckt beides. Mood ist die Stimmung der Welt — das, was die Lampe misst. Mut ist das, was daraus entstehen kann, wenn man genau hinsieht statt nur zu scrollen. Wer bemerkt, dass die Lampe öfter freundlich leuchtet als erwartet, bekommt nicht bloß eine Information. Er bekommt einen Grund.

Der Mood der Welt macht Mut
wenn man bereit ist, richtig hinzuhören.

Der Ablauf

Was dabei passiert

  1. Lesen

    Ein Server holt die Schlagzeilen aus zwölf deutschen Quellen — alle 30 Minuten.

  2. Gewichten

    Jede Schlagzeile bekommt einen Wert zwischen sehr schwer und sehr leicht.

  3. Vergleichen

    Der Wert wird gegen die letzten sieben Tage gehalten. Die Position darin entscheidet.

  4. Leuchten

    Die Lampe wechselt die Farbe. Ohne Ton, ohne Meldung, ohne Feed.

Nachbauen

Vier Teile, ein Nachmittag

Das Moodlicht ist Open Source. Die Firmware, der Analyse-Server und diese Seite liegen offen auf GitHub. Wer löten kann — oder es lernen will — baut sich das Ding für unter 30 Euro nach.

ESP32-Board

esp32dev, z. B. DevKit v1

ca. 8 €

LED-Ring

WS2812B, 12 LEDs
(bis 64 möglich)

ca. 6 €

DHT22

Temperatur & Luftfeuchte
optional

ca. 5 €

Gehäuse

Diffusor nach Wunsch —
Papier tut es auch

nach Geschmack

Verkabelung

Vom BauteilZum ESP32
LED-Ring DINGPIO 26
LED-Ring 5VVIN / 5V
LED-Ring GNDGND
DHT22 DataGPIO 18
DHT22 VCC / GND3V3 / GND

Beide Pins lassen sich später im Web-Interface ändern. Bei mehr als etwa 16 LEDs auf voller Helligkeit gehört ein eigenes 5-Volt-Netzteil dazu — der USB-Anschluss allein reicht dann nicht.

01

Firmware flashen

Fertige .bin vom GitHub-Release herunterladen und mit PlatformIO oder dem ESP-Flash-Tool aufspielen. Wer den Quellcode baut: pio run -t upload.

02

WLAN einrichten

Beim ersten Start öffnet das Gerät ein eigenes WLAN. Verbinden, Zugangsdaten eintragen, fertig — kein Kabel, keine App.

03

Loslegen

Das Gerät holt sich den Wert vom öffentlichen Analyse-Server. Wer lieber selbst hostet: Der Server liegt als Docker-Compose im Repository. Home Assistant findet die Lampe per MQTT automatisch.

04

Aktuell bleiben

Nach dem ersten Flashen braucht es kein Kabel mehr. Das Gerät sieht selbst nach, ob eine neue Version bereitsteht, und sagt Bescheid. Installiert wird auf Klick, nicht von allein — das Licht soll nicht mitten am Abend ungefragt neu starten.

Sie sagt eine Menge.
Sie plappert nur nicht.

Das ist ihre beste Eigenschaft.

Ein privates Projekt · selbst gebaut · Quellcode auf GitHub

Zum Negativitäts-Bias: Baumeister u. a., Bad Is Stronger Than Good (2001), Gottmans 5:1-Verhältnis und Soroka u. a., PNAS (2019) — 17 Länder, messbar stärkere körperliche Reaktion auf negative Nachrichten.